1.2. Was wäre, wenn München eine Zero-Waste-City würde?

Quelle: rehab republic e.V.

#München2035: Und was wäre, wenn wir an einem herrlichen Sommermorgen an der Isar spazieren gingen, und es lägen keine Müllberge am Flussufer, der Mittagslunch würde uns an jedem Imbiss fraglos in einem Pfandbehälter gereicht und LKW-Fahrten mit Mülltransporten in Richtung Heizkraftwerk Nord oder Flughafen gäbe es nur noch vereinzelt. Rund 38 Kilogramm Plastikmüll produziert jeder Deutsche im Schnitt jährlich, so das Ergebnis des Plastikatlas 2019, der von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) herausgegeben wird. Damit liegen wir innerhalb Europas ganz vorne.

Das meiste davon wird verbrannt oder verschifft, nur etwa 16 Prozent recycelt. Und dann gibt es noch den anderen Müll wie Glas, Aluminium, Blech, Papier, Elektroschrott, Sondermüll, Restmüll und, und, und.

Münchens Müllberge wachsen

Die Stadt München glänzt nicht durch hohe Recyclingquoten. Im Gegenteil: Der Bund Naturschutz stellt der Stadt ein miserables Zeugnis aus. Die Müllberge in München wachsen und der Bund Naturschutz kritisiert das städtische Recycling-System aufs Schärfste. (Artikel TZ vom 4.12.19 – Die große Müll-Lüge).

München – bald eine Zero-Waste-City?

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Stadt macht sich Gedanken, wie München zu einer Zero-Waste-City werden könnte. Oberbürgermeister Dieter Reiter kündigte 2019 in einer Pressekonferenz an, er wolle eine Gesamtstrategie zur Müllvermeidung entwickeln: „Wir brauchen eine gesamtstädtische Strategie, wie wir Müll, vor allem den nicht recycelbaren Müll, in der Stadt und in der Stadtverwaltung vermeiden können, wie man gemeinsam mit der Lebensmittelbranche und Einzelhändlern an der Reduzierung von Plastikmüll arbeiten und die Verbraucher zu mehr Achtsamkeit bringen kann“, so der amtierende Bürgermeister. Ob wir es schaffen könnten, wie Fridays for Future forderte, bis 2025 vollständig einwegplastikfrei zu sein, wisse er nicht, ein hehres Ziel sei es aber allemal“, betont Reiter. Wir sagen, es lohnt sich diese „hehre Ziel“ zu verfolgen!!

Und es gibt Vorbilder – wie beispielsweise Kiel in Deutschland. In Europa war die erste Stadt, die eine Zero-Waste-Strategie entwickelte, Capannori in der Toskana. Auch San Fernando auf den Philippinen schaffte es 80 Prozent im Jahr 2018 zu recyceln. Packen wir es an, jeder vor seiner Haustüre und als städtische Gemeinschaft auf kommunaler Ebene!

Übrigens: Rehab republic e.V. organisiert seit geraumer Zeit einen Zero Waste Stammtisch. Die Themen wechseln dabei. Interesse? Infos über rehab republic e.V. und alle Projekte zur Müllervermeidung und Beseitigung unter: www.rehab-republic.de

Damit all die nötigen Forderungen auch tatsächlich umgesetzt werden können, brauchen wir die dafür passende Politik. Welche Partei was wann unterstützen möchte, zeigt Euch unser (Klima)Wahlhelfer. Helft mit!