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Wir sind 200

Daniel

Bündnis „München muss handeln“ nimmt Fahrt auf
Mehr als 200 Münchner NGOs, Verbände und Unternehmen fordern vom Münchner Stadtrat umfassende Maßnahmen zum Klimaschutz


Mit einem offenen Brief an den Münchner Stadtrat unterstützten Anfang Juli 125 Verbände, NGOs, Stiftungen und Unternehmen den kommunalpolitischen Forderungskatalog der Fridays for Future München. Seitdem findet ein zivilgesellschaftlicher Schulterschluss statt, der seinesgleichen sucht. Quer durch die Stadtgesellschaft fanden sich bislang über 200 Münchner Unternehmen, NGOs und Verbände bei „München muss handeln“ zusammen – und fordern damit vom Münchner Stadtrat umgehende und adäquate Maßnahmen, um die Ziele des Klimaschutzabkommens von Paris einzuhalten. Täglich melden sich weitere Organisationen und Unternehmen, die dem Bündnis beitreten. „In den kommenden Monaten bis zur Kommunalwahl im März 2020 wird sich München muss handeln aktiv in die Münchner Stadtpolitik einbringen, um den Stadtrat zum Handeln zu bewegen“, so Jürgen Müller aus dem Organisationsteam.


Das sagen Unterstützer von „München muss handeln“


„Wir sind dabei und unterstützen das Bündnis“, erklärt Michael Blasius Hauptabteilungsleiter Marketing & Gesundheitsförderung der BKK ProVita. „Denn als klimaneutrale, gemeinwohlzertifizierte Kasse, die für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert ist, sind wir der Meinung: Wer etwas verändern will, muss Haltung zeigen, für die persönliche und die planetare Gesundheit.“

Unterstützer von „München muss handeln“ sind auch die Musiker der Münchner Band Jamaram: „Die Forderungen von Fridays for Future und Scientists for Future an die Stadt München liegen auf dem Tisch. Wenn nicht hier, wo dann ist es möglich, die nötigen politischen Entscheidungen zur Einhaltung der Pariser Klimaziele JETZT zu fällen? Wenn diese Stadt es will, kann sie der Leuchtturm einer nachhaltigen Zukunft sein. Wir als Münchner Band knipsen dafür gerne die LED-Scheinwerfer an“, kommentieren die Musiker.

Der zweihundertste Unterstützer war das Team der Münchner Singles. „Wir finden es toll, dass sich so viele junge Münchner für unsere Stadt engagieren und wollen zeigen, dass wir hinter ihnen und den Forderungen stehen“, so Sprecherin Veronika Link. „Wir wollen nicht mehr abwarten bis es zu spät ist, sondern hoffen, dass sich der Stadtrat die Wünsche der Jugendlichen, aber auch der vielen Unternehmen, die dahinter stehen, zu Herzen nimmt und endlich handelt – sodass München auch noch in 20 Jahren lebenswert und liebenswert ist.“

20.9. (globaler) Klimastreik am Königsplatz

Daniel

In Kürze wird es auf dieser Website eine Übersicht der streikenden Unternehmen und Organisationen geben. Wer dort eingetragen werden möchte, schreibt bitte eine Mail an streik@muenchen-muss-handeln.de

In den nächsten Wochen werden wir die eingetragenen Organisationen mit Postern, Handzetteln und Textbausteinen versorgen, damit deren Kunden und Mitarbeiter frühzeitig informiert und zum Mitmachen motiviert werden können.

Was Sache ist

Daniel

Wer schon länger in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsszene aktiv ist, wird es kennen: Vor Jahren wurde man für genau die Gedanken und Impulse bzgl. Klima, Ernährung, Mobilität und Konsum ausgelacht und angefeindet, die jetzt endlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Allein die Tatsache, dass die Brisanz (und co2-Konzentration) stetig zunimmt, beweist jedoch, dass unter'm Strich nichts erreicht wurde. Im Gegenteil, die Rahmenbedingungen werden immer existentieller. Hier eine unvollständige Übersicht aktueller Meldungen:

Ende Gelände – und wie weiter?
Ende Gelände, Fridays for Future, Extinction Rebellion – die Klimabewegung erlebt einen Höhenflug. Das stellt sie aber auch vor grundsätzliche Fragen.
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Was jetzt notwendig wäre, erläutert Volkswirt und Postwachstums-Vordenker Niko Paech im Interview:

Wir brauchen einen Aufstand der Handelnden
Eine wirksame CO2-Steuer müsste nach Ansicht des Umweltökonoms Niko Paech den Menschen Urlaubsflüge, Fleischkonsum, Autofahren und übermäßigen Konsum madig machen. Dafür gebe es keine Mehrheit, sagte er im Dlf. Die Befürworter könnten aber einfach damit anfangen, Handlungsmuster zu verändern.
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Die Vorbereitungen müssen gestern beginnen
Klimakrise Laut einer Studie wird die Erderwärmung Städte besonders hart treffen. In Berlin und London könnte im Jahr 2050 ein ähnliches Klima herrschen wie in Barcelona heute
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Die Vorbereitungen haben aber nicht angefangen und selbst einen Radweg zu bauen, scheint Teufelszeug zu sein:

Das Horrorszenario der CSU
Die CSU fürchtet, dass durch den Ausbau von Radwegen andere Verkehrswege beeinträchtigt werden könnten. Die Sorgen sind nicht unbegründet, jedoch übertrieben.

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Und ja, richtig, die Welt ist komplex. Aber manchmal auch erschreckend einfach:



Alles in allem lässt sich feststellen: Wir brauchen neue Bündnisse, neue Aktionsformen und müssen unberechenbarer und unbequemer werden.

Stand der Dinge

Daniel

Vor einer Woche haben 125 Organisationen in ganzseitigen Zeitungsanzeigen die Stadträt*innen der Stadt München aufgefordert, die Forderungen von Fridays for Future München umzusetzen und dies mit persönlichen Schreiben untermauert. Reaktion: Keine!

In den kommenden Tagen wird im Stadtrat verhandelt, wie ein vom Souverän (!) entschiedener Bürgerentscheid des Bündnisses Raus aus der Steinkohle zur Abschaltung des Steinkohlekraftwerks durch die gewählten Vertreter*innen nicht umgesetzt werden soll. Zuvor wurden bereits die Forderungen des Bündnisses Sauba sog I am 25.01.2017 vom Stadtrat übernommen, um einem weiteren Bürgerentscheid zu entgehen, nachdem wir auf dem Tollwood innerhalb kürzester Zeit einen großen Teil der Unterschriften gesammelt hatten.

Dieses Jahr hat man den Souverän dann für einen Radentscheid monatelang herumturnen lassen, weil im Stadtrat nicht der Handlungswille besteht, selbst die notwendigen Maßnahmen umzusetzen. Das Bündnis Artgerechtes München fordert seit langem, dass im Zuständigkeitsbereich der Stadt - auch auf dem Oktoberfest - Fleisch aus artgerechter Tierhaltung angeboten werden soll. Das wurde konterkariert. Regional ist das neue Bio. Kommentar des Oberbürgermeisters dazu: "Die Wiesn ist kein Statement für Ökologie, sondern das weltweit größte Volksfest." (OB Dieter Reiter) Als ob heutzutage nicht alles ein Statement für Ökologie sein müsste! Essen ist politisch!

Essen ist ein Statement für oder gegen Gerechtigkeit, für oder gegen Klimawandel, für oder gegen Artensterben. Und dann ist es das größte Fressen der Welt erst recht. Eine solche Aussage ist spätrömische Dekadenz - so sagt man wohl bei den "Profis". Als der Münchner Ernährungsrat in der CSU-Fraktion seine Ansätze für eine Ernährungswende vorstellten, wurde ihm gesagt, das solle der Markt richten. Ja, klar. Wer denn sonst. Der Markt, der Depp, ist auch immer der erste, der uns dafür einfällt. Wie wäre es mit politischem Gestaltungswillen? Der 2. Vorschlag war, man solle doch auch ein Bürgerbegehren machen im Bereich Ernährung, also einreihen zu den Bürgerbegehren in allen anderen Bereichen, die nicht umgesetzt werden, nachdem die Zivilgesellschaft dafür zigtausende Stunden meist ehrenamtlich investiert hat.

Wir haben vermutlich Kipppunkte bereits überschritten. Die Klimakrise ist mit dem Verlust der Biodiversität die größte Bedrohung für die Menschheit. Wenn Politiker nicht handeln wollen, wie es erforderlich ist, sind sie unwählbar!

Die bereits entschiedenen Dinge müssen entschieden umgesetzt werden. Die sofort umsetzbaren Forderungen von Fridays for Future München müssen sofort umgesetzt werden. Wir haben 2020 Wahlen. Daran werden alle Stadträt*innen und Kandidat*innen gemessen. Nicht an Versprechen.